Standesamtlich heiraten
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Für zahlreiche Brautpaare ist die kirchliche Trauung definitiv das Highlight ihrer Hochzeitsfeierlichkeiten. Mit der gesetzlichen Gültigkeit hat die Zeremonie in der Kirche jedoch nichts zu tun. Auf gesetzlicher Ebene wird eine Ehe erst mit der standesamtlichen Hochzeit als solche anerkannt. Aus diesem Grund gibt es einige Punkte, die ein Brautpaar bei der Trauung im Standesamt auf jeden Fall beachten sollte.

Standesamt oder kirchlich heiraten?

Ob es eine kirchliche Heirat wird oder nicht, kann jedes Hochzeitspaar für sich entscheiden. Die Hochzeit im Standesamt ist jedoch unumgänglich, wenn man den Bund fürs Leben eingehen möchte. Laut deutschem Gesetz ist man erst rechtskräftig miteinander verheiratet, wenn man dafür auch gemeinsam vor einen Standesbeamten tritt. Für viele heiratswillige Paare fällt die Entscheidung sogar darauf, nur die standesamtliche Hochzeit mitzunehmen, und dafür auf die Zeremonie in der Kirche zu verzichten.

Häufige Gründe dafür sind unterschiedliche Religionszugehörigkeiten von Braut und Bräutigam, oder kein großes Zugehörigkeitsgefühl zur Institution Kirche. Vor allem, wenn auf eine kirchliche Feier vollständig verzichtet wird, sollte eine standesamtliche Hochzeit nicht vollkommen bürokratisch und trocken ablaufen, sondern auch möglichst romantisch. Da der Gang zum Standesamt mit etwas Bürokratie verbunden ist, sind im folgenden wichtige Tipps und Informationen zu finden, die dabei helfen, die standesamtliche Hochzeit glattlaufen zu lassen.

Kosten Standesamt
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Kosten der standesamtlichen Trauung

Die Hochzeit im Standesamt ist nicht besonders kostspielig, wenn auch nicht vollkommen umsonst. Wie hoch die Kosten am Ende genau werden, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zu den Dingen, die auf jeden Fall bezahlt werden müssen, zählen folgende:

  • Anmeldung der Eheschließung: Ca. 60 Euro
  • Ehe- und Geburtsurkunde: Ca. 12 Euro
  • Stammbuch: 14 bis 30 Euro
  • Beglaubigungen der Unterlagen müssen meist auch noch bezahlt werden

Zu den Dingen, die für eine standesamtliche Trauung definitiv bezahlt werden müssen, könnten unter Umständen noch weitere, optionale Kosten hinzukommen:

  • Für eine Hochzeit am Freitagnachmittag oder Samstag wird in der Regel noch ein zusätzlicher Aufschlag berechnet. So können sich die Kosten auch schnell mal verdoppeln
  • Wenn mehrere Exemplare der Heiratsurkunde benötigt werden, oder das Brautpaar einen Doppelnamen führen möchte, steigen die Kosten noch weiter an
  • Es gibt verschiedene Ausführungen von Stammbüchern. Je nach dem auf welches Stammbuch die Wahl fällt, kann das die Kosten der Hochzeit noch weiter in die Höhe treiben

Übrigens: Wenn ein Paar in einer speziellen Außenstelle heiraten möchte (wie Beispielsweise in einem Schloss oder auf einem Leuchtturm), dann muss durch den höheren Aufwand und möglichen Mietkosten noch ein weiterer Zuschlag gezahlt werden.

Ablauf einer standesamtlichen Hochzeit

Gemeinhin gilt eine Trauung auf dem Standesamt als nicht so romantisch wie eine klassische Hochzeitsfeier in einer Kirche. Trotzdem bleibt auch bei einer standesamtlichen Hochzeit noch ein gewisser Spielrahmen: Zum Beispiel kann man den Standesbeamten darum bitten, dass er in seine Rede persönliche Einzelheiten einbaut, oder dass vor (oder nach) dem Ja-Wort ein ausgewähltes Musikstück gespielt wird. Tatsächlich bekommt man von dem Standesbeamten vorher sogar einen Fragebogen, auf dem das Brautpaar verschiedene Fragen beantwortet. Etwa wie sich das Paar kennengelernt hat, oder welche gemeinsamen Interessen bestehen. Weitere Details zur Beziehung können auf dem Fragebogen ebenfalls angegeben werden, um der Rede des Standesbeamten einen noch persönlicheren Aspekt zu verleihen.

Das Zentrum von jeder standesamtlichen Trauung ist natürlich die Frage des Standesbeamten an das Brautpaar, ob sie gemeinsam den Bund der Ehe eingehen möchten. Zeitlich dauert die Hochzeit im Standesamt insgesamt etwa 20 bis 30 Minuten. Der klassische Ablauf einer solchen Hochzeitsfeier sieht in etwa so aus:

  • Begrüßung
  • Aufnahme der Personalien von Braut und Bräutigam – sowie die der Trauzeugen
  • Ansprache des Standesbeamten
  • Konsenserklärung der Ehe, sowie die Erklärung des Standesbeamten, dass das Brautpaar nun offiziell per Gesetz verheiratet ist
  • (Wenn gewünscht) Ringwechsel
  • Brautkuss
  • Ehebucheintrag
  • Unterschriften
  • Glückwünsche (Der Tradition nach darf der Standesbeamte der Braut und dem Bräutigam zuerst gratulieren)
Standesamt Unterschrift Heirat
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Mit Trauzeugen oder ohne?

Im Gegensatz zu kirchlichen Hochzeiten ist bei derartigen Feiern im Standesamt die Anwesenheit von Trauzeugen nicht länger notwendig. Wenn gewünscht, kann das heiratswillige Paar jedoch bis zu zwei Trauzeugen für ihre Eheschließung ernennen. Die besagten Trauzeugen müssen dann nur lediglich ihre Personalausweise vorzeigen. Bei kirchlichen Trauungen verhält sich das Ganze ein wenig anders. Während in der katholischen Kirche Trauzeugen unabdingbar sind, kann sich das Brautpaar in der evangelischen Kirche entweder für oder gegen die Ernennung von Trauzeugen entscheiden.

Unterlagen für das Standesamt

Für die Anmeldung einer standesamtlichen Hochzeit müssen im Vorfeld einige Papiere zusammengetragen werden. Von jeweils beiden Partnern sind folgende Dokumente erforderlich:

  • Die Personalausweise, bzw. die Reisepässe
  • Beglaubigte Abschriften aus den Geburtsregistern
  • Aufenthaltsbescheinigungen des Meldeamtes

Letztere dürfen nicht älter als 14 Tage sein. Des Weiteren muss auf einer solchen Aufenthaltsbescheinigung Familienstand, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz der Person vermerkt sein. Darüber hinaus kann eine standesamtliche Hochzeit frühestens ein halbes Jahr (sechs Monate) vor dem gewünschten Termin angemeldet werden.

Sonderfälle bei der standesamtlichen Hochzeit

Unter manchen Umständen kann auf das Brautpaar noch mehr Bürokratie zukommen. Unter anderem wenn:

  • Ein Partner bereits mal verheiratet war
  • Ein Partner nicht durchgehend die deutsche Staatsangehörigkeit besessen hat, oder eine andere (nicht deutsche) Staatsangehörigkeit hat
  • Schon gemeinsamer Nachwuchs vorhanden ist

In solchen Fällen können auch noch eine Menge anderer Dokumente nötig sein. Diese müssen möglicherweise auch nach besonderen Vorgaben übersetzt werden. In jedem Fall ist es zu empfehlen, sich im Vorfeld ausgiebig über die nötigen Unterlagen zu informieren.